Full of life - A self-determined farewell with dignity

Das Leben ist eine Reise, geprägt von Erfahrungen, Begegnungen und Erinnerungen. Viele Menschen blicken im Alter oder nach einem erfüllten Leben auf diese Reise zurück und verspüren eine tiefe innere Ruhe. Sie haben das Gefühl, dass sie alles erlebt, alles gegeben und alles empfangen haben, was sie sich wünschten. Sie sind lebenssatt – oder fühlen sich müde des Lebens, ein Zustand, der beschreibt, dass jemand sich in Frieden von dieser Welt verabschieden möchte. Doch in unserer Gesellschaft wird das Thema häufig tabuisiert oder mit Krankheit und Leid gleichgesetzt, obwohl es dabei um eine bewusste, friedliche Entscheidung geht.

Was bedeutet es, müde des Lebens zu sein?

Dieses Empfinden ist kein plötzlicher Impuls oder das Ergebnis akuter Not, sondern ein tief empfundenes Gefühl der Vollständigkeit. Menschen, die sich müde des Lebens fühlen, berichten oft von folgenden Gedanken:

  • Ein Gefühl der Vollendung: Sie haben keine offenen Träume oder Wünsche mehr, die sie verwirklichen möchten.

  • Nachlassende Lebenskraft: Sie verspüren zunehmend, dass ihr Körper und Geist ermüden.

  • Ein innerer Frieden mit der Vergangenheit: Sie haben ihr Leben reflektiert und fühlen sich versöhnt mit dem, was war.

  • Kein Wunsch nach weiteren medizinischen Eingriffen: Viele möchten keine weiteren belastenden Behandlungen oder ärztlichen Maßnahmen.

  • Der Wunsch nach Ruhe: Die Welt wird lauter, schneller und anstrengender. Viele sehnen sich nach einem friedlichen Abschied.

Dieses Gefühl der Lebenssättigung ist eine zutiefst persönliche Empfindung und sollte nicht mit Verzweiflung oder Depression verwechselt werden. Es geht nicht um eine akute Lebenskrise, sondern um eine innere Klarheit, dass die eigene Reise zu einem natürlichen Ende gekommen ist.

Die gesellschaftliche Perspektive auf das Gefühl der Lebenssättigung

In earlier times, the concept of the end of life was often associated with wisdom and experience. People who had led long, fulfilling lives were valued as advisors and respected in their desire for a peaceful farewell. Today, however, old age is often equated with illness and the need for help, while the wish for a self-determined end is not always met with understanding.

From a social point of view, it is important not to stigmatize this natural process, but to acknowledge it as part of life’s journey. Discussions on this topic can help to create a greater awareness of dignity and self-determination in old age.

The wish for a peaceful farewell

Wer sich müde des Lebens fühlt, wünscht sich oft einen ruhigen und friedvollen Abschied, ohne Angst oder Leid. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass jemand eine aktive Entscheidung für den Tod trifft, sondern vielmehr, dass er oder sie bereit ist, das Leben loszulassen. Menschen in dieser Phase berichten oft davon, dass sie sich von ihrer Umwelt zurückziehen, sich vermehrt an Erinnerungen erfreuen und eine tiefe innere Ruhe verspüren.

Ein würdevoller Umgang mit diesem Wunsch bedeutet, dass das Umfeld – sei es die Familie, Freunde oder medizinische Betreuer – diese Entscheidung respektiert und begleitet. Offenheit und Verständnis sind dabei von entscheidender Bedeutung. Besonders wichtig ist es, dass die Gesellschaft einen offenen Dialog über dieses Thema zulässt, um betroffenen Menschen den Raum zu geben, ihre Gedanken und Gefühle frei zu äußern.

Das Empfinden der Lebenssättigung in der modernen Welt

Die moderne Medizin hat das Leben erheblich verlängert, doch sie kann nicht immer die Qualität des Lebens erhalten. Viele Menschen erleben eine Verlängerung ihres Daseins durch medizinische Eingriffe, ohne dass sie sich weiterhin als aktiv am Leben teilnehmend empfinden. Dies führt dazu, dass einige sich fragen, ob sie noch aus eigenem Antrieb leben oder lediglich durch technische Hilfsmittel am Leben gehalten werden.

Die Debatte um einen selbstbestimmten Lebensabschluss wird in vielen Ländern geführt, insbesondere in Bezug auf die Möglichkeit eines würdevollen Abschieds. In manchen Kulturen wird der Wunsch nach einem friedlichen Ende als natürlicher Bestandteil des Lebens betrachtet, während in anderen Ländern strenge gesetzliche Regelungen existieren, die jede Form der Sterbehilfe verbieten. Es ist wichtig, dass Gesellschaften sich mit dieser Thematik auseinandersetzen und individuelle Entscheidungen respektieren.

Der Einfluss eines solchen Empfindens auf das soziale Umfeld

Familie und Freunde stehen oft vor der Herausforderung, die Entscheidung eines Menschen, der sich lebenssatt fühlt, zu verstehen und zu akzeptieren. Während einige nahestehende Personen diesen Wunsch respektieren und unterstützen, empfinden andere ihn als schmerzhaft oder unvorstellbar. Dies führt nicht selten zu emotionalen Konflikten.

Ein offener und einfühlsamer Austausch kann helfen, Missverständnisse auszuräumen und eine gemeinsame Basis des Verständnisses zu schaffen. Es ist essenziell, dass betroffene Menschen sich ernst genommen fühlen und dass ihr Umfeld lernt, ihre Gefühle und Entscheidungen zu respektieren.

Fazit: Ein bewusster Umgang mit dem Gefühl der Lebensmüdigkeit

Das Empfinden, am Ende des eigenen Lebens angekommen zu sein, ist ein natürlicher Prozess, der mit Gelassenheit und Dankbarkeit verbunden sein kann. Es ist wichtig, dass Menschen in dieser Phase unterstützt werden, ohne dass ihr Empfinden pathologisiert oder hinterfragt wird. Würde, Respekt und Selbstbestimmung sollten im Mittelpunkt stehen, wenn es darum geht, das Leben in Frieden abzuschließen.

Offene Gespräche, Akzeptanz und ein achtsamer Umgang mit diesem sensiblen Thema können dazu beitragen, dass Menschen, die sich müde des Lebens fühlen, ihren Abschied in Ruhe und Würde erleben dürfen. Die Gesellschaft hat die Verantwortung, einen Raum zu schaffen, in dem solche Gespräche ohne Angst vor Stigmatisierung geführt werden können. Nur so kann ein respektvoller und menschlicher Umgang mit dieser Thematik gewährleistet werden.

Sylvia Ruthenburg

Suicide companion | mortician

Hello, I’m Sylvia. As a funeral director, I have accompanied many people on their final journey and know how challenging goodbyes can be. The aim of assisted suicide is not only to organize the physical farewell, but also to offer emotional support. Together with my partner, I want to create an atmosphere of trust in which individual wishes and needs take center stage. I am here to support you during this difficult time.

Cornelius Ruthenburg

Suicide companion | Undertaker

Hello, I am Cornelius. My passion is to accompany people in difficult phases of life with empathy and respect. I am particularly passionate about assisted suicide because I believe that everyone should go in dignity and peace. Together with my partner, I want to create a space in which people feel understood and supported. I am here to accompany you on this challenging path.