
Lebenssatt – Ein selbstbestimmter Abschied in Würde
Das Leben ist eine Reise, reich an Erfahrungen, Begegnungen und Erinnerungen. Viele Menschen schauen im Alter oder nach einem erfüllten Leben mit Dankbarkeit zurück – und verspüren dabei eine tiefe innere Ruhe. Sie fühlen sich lebenssatt. Dieses Gefühl beschreibt nicht Traurigkeit oder Krankheit, sondern einen Zustand des Friedens: Alles ist gesagt, alles erlebt, alles gegeben.
Einige Menschen empfinden in dieser Lebensphase den Wunsch nach einem bewussten, selbstbestimmten Sterben – nicht aus Verzweiflung, sondern aus innerer Klarheit. Doch in unserer Gesellschaft wird dieser Wunsch oft tabuisiert, mit Krankheit oder psychischem Leiden verwechselt. Dabei geht es bei Sterbehilfe in Deutschland in vielen Fällen genau darum: einen respektvollen, begleiteten Abschied zu ermöglichen, wenn das Leben für jemanden ganz natürlich zu Ende geht.
Solche Entscheidungen verdienen Achtung, Verständnis und eine sichere, würdevolle Begleitung – frei von Vorurteilen, ganz im Sinne einer freien Selbstbestimmung.
Was bedeutet es, müde des Lebens zu sein?
Dieses Empfinden entsteht nicht plötzlich und ist auch kein Ausdruck von Verzweiflung oder akuter Notlage. Vielmehr handelt es sich um ein tief empfundenes Gefühl der Vollständigkeit – ein stilles Wissen darum, dass die eigene Lebensreise nun zu Ende gehen darf. Menschen, die sich müde des Lebens fühlen, berichten häufig von ähnlichen Gedanken und Empfindungen:
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Ein Gefühl der Vollendung: Es gibt keine unerfüllten Träume oder offenen Wünsche mehr.
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Nachlassende Lebenskraft: Körper und Geist signalisieren zunehmend Erschöpfung.
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Innerer Frieden mit dem Vergangenen: Das Leben wurde reflektiert – mit Versöhnung und Dankbarkeit.
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Kein Wunsch nach weiteren Eingriffen: Der Wille, auf medizinische Maßnahmen oder belastende Therapien zu verzichten, wird klar artikuliert.
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Der Wunsch nach Ruhe: In einer lauter und schneller werdenden Welt wächst die Sehnsucht nach einem friedlichen, begleiteten Abschied.
Dieses tiefe Gefühl der Lebenssättigung ist eine persönliche, klare Entscheidung – nicht getrieben von Krankheit oder Krise, sondern von innerem Frieden. In der Freitodbegleitung und der Diskussion um Sterbehilfe in Deutschland geht es genau um solche Situationen: Menschen zu begleiten, die sich nach einem ruhigen und selbstbestimmten Ende ihres Lebensweges sehnen – mit Würde, Respekt und Freiheit.
